Die Liparischen Inseln, vor der Nordküste Siziliens im Tyrrhenischen Meer gelegen, bilden einen Zusammenschluss kleiner vorgelagerter Inseln, zu denen auch Vulcano gehört. Die drittgrößte Insel dieser Gruppierung liegt etwa 20km vor der Küste Sicilias, und ist mit dem Hauptort Porto di Levante, der gerade mal 75 Einwohner zählt, sehr überschaubar.
Die Insel mit ihren Vulkanbildungen lebt vom Tourismus der Sommermonate, die von den Vulkanen geradezu angezogen werden. In der kühleren Jahreszeit hingegen, wirkt die Insel geradezu wie ausgestorben, zumal einige der Einheimischen dann das Festland bevorzugen.
Die Aktivität, des zur Gruppe der Kegelvulkane zählenden, Vulcano lässt sich bis ins 5. Jahrhundert v. Christus zurückverfolgen, und prägte mit seinen Ausbrüchen das Landschaftsbild. So nimmt der Hauptkegel Vulcano etwa zwei Drittel der Gesamtfläche ein, wobei der aus vulkanischen Kuppen entstandene Lentia- Komplex die Nordwest- Seite für sich beansprucht. Innerhalb dieses Arenals platziert, ist der 390 Meter hohe Fossa, der im Fumarolium Stadium, Wasserdampf und vulkanische Gasse auswirft.
Zwischen dem auslaufenden, abgekühlten Lava Plateau an der Nordseite und dem aktiven Fossa befindet sich ein 38000m² großes Territorium, in dem man unter Wasser die gleichen Fumarolausscheidungen beobachten kann, die der Fossa am Land praktiziert. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Unterwasserwelt sehr Pflanzenarm ist. Diese Ausscheidungen sind aufgrund des mediterranen Klimas und der Landeshitze in den Sommermonaten für den Reisenden an Land nicht sichtbar.
In diesem sogenannten Toten Feld, wie das Arenal auch genannt wird, entstehen aufgrund der stetigen Aktivität chemische Reaktionen, die das Wasser erhitzen und so Mineralien und Salze lösen. Zu ihnen zählen Schwefel, Borsäure und Alunit. Daher ist das Baden in diesem Bereich mit Vorsicht zu tätigen, denn die aufsteigenden Gase enthalten neben Sauerstoff auch gesundheitsgefährdende Stoffe.
Jedoch wird das Bad im Schlammbereich aufgrund der nachgesagten Heilung von Hautkrankheiten und Rheuma beständig praktiziert. Da jedoch in diesem Totem Feld kein reger Wasseraustausch stattfindet, finden Bakterien hier ideale Vorraussetzungen zur Vermehrung. Zum reinen Badevergnügen eignen sich daher eher die Küstenregionen, die jedoch auch heiße Furmarolen beinhalten, und Verbrennungen aufgrund der heißen Ausscheidungen verursachen können.
Lohnenswert ist ein Besuch der Insel jedoch allemal, da man hier eine bezaubernde Kulisse vorfindet, mit der typischen Lavavegetation. Inmitten des Meeres gelegen, fühlt man sich auf dem Plateaus verbunden mit der Natur und dem gigantischen Meer.
Text von Claudia Schleicher
