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Segesta

Das einstige Zentrum der vorgriechischen Kolonisatoren, den Elymern, war neben den Städten Eryx und Entella, die antike Stadt Segesta im Nordwesten Sizilien. Die Elymer waren ein Volk, dessen Ursprung bis heute umstritten ist. Man vermutet jedoch, dass es sich hierbei um Trojaner handelte, die auf der Flucht waren.

Auf dem Monte Varvaro in malerischer Kulisse und einer Höhe von 410m trohnend, lässt sich anhand der Ruinen das Leben der damaligen Bewohner und ihrer Nachkommen nachvollziehen. Der Untergang Segestas und die heute noch vorhandenen Ruinen lassen erahnen, welch sagenumwobene Szenerien sich hier abspielten.

Mythenumworben ist auch die Namensgebung der Stadt. Hier werden Spekulationen angestellt, wobei Acestes, Sohn des römischen Flussgottes Krimisos und einer trojanischen Frau namens Segesta, den Namen in Ehrung an seine Mutter wählte. Acestes übernahm seinerseits einen wichtigen Part an der Seite Königs Primaros im Trojanischen Krieges.

Zu den sehenswerten Anlagen gehören das Theater, welches im 3. Jahrhundert v. Christus von den Griechen erbaut wurde, von römischer Hand umgebaut und heute noch als Kulisse für Inszenierungen dient, sowie auch die zahlreichen Tempelruinen. Für einen Besuch sind hier vor allem die Sommermonate zu empfehlen, da hier regelmäßige Schauspielaufführungen stattfinden, welche auf künstlerische Art die Stille der Antike durchbrechen. Aufgrund des Angriffes von Selinunte, dem eine andauernde Feindschaft voraus ging, wurde die Stadt Anfang des 400 Jahrhunderts v. Christus zerstört.

Durch ihre Unterwerfung Roms erhielt die Stadt, trotz jahrelanger Verbündung mit den Karthagern, 260 v. Christus die Hofierung zu einer freien Stadt. So spielte sie im legendären Sklavenkrieg um Athenion eine entscheidende Rolle. Der Wandel unter der Vorherrschaft der Römer lässt bedauerlicherweise keine genauere Definition zu, man kann aufgrund der überlieferten Daten jedoch nachvollziehen, dass Segesta sich stark in diese Richtung orientierte und vom steten Wachstum der wirtschaftlichen Situation unter den Römern profitierte. Eine endgültige Zerstörung und Plünderung Segesta wird den Wandalen zugeschrieben.

Ebenfalls profitieren wird der Reisende von einem Besuch der Tempelanlage Segestas. Im dorischen Stil gehalten, wurde sie jedoch nicht fertig gestellt, was für den Besucher eine weitaus größere Bedeutung haben könnte als angenommen. In der damaligen Zeit unterlag es der weitverbreiteten Sitte, nicht geweihte und somit nicht fertig gestellte Tempel sowie Heiligtümer nicht zu zerstören. Der für diese Region untypische Baustil entspricht nicht dem Sinne der Elymern, sondern diente vielmehr dazu, ein Bündnis mit Athen zu erlangen und diese wohl zu stimmen.

In der Region um Segesta wurde durch Ausgrabungen eine Festung der Normannen sowie die Ruine einer Moschee zu Tage gebracht. Ebenfalls wurde eine Nekropole gefunden.

Text von Claudia Schleicher