inicio mail me! sindicaci;ón
sizilien

Piazza Armerina

Die zweitgrößte Gemeinde in der sizilianischen Provinz Enna ist die Piazza Armerina. Mit einer Fläche von 302 km² und einer stetig wachsenden Bevölkerung, die derzeit etwa aus knapp 21.000 Sizilianer besteht, bietet die Stadt ein sehr attraktives Tourismus Angebot. So sind neben der auf dem Hügel erbauten Kathedrale Santissima Assunta auch zahlreiche Kirchen und Palazzos einen Besuch wert.

Die das Stadtbild dominierende Kathedrale wurde im spätbarocken Stil 1627 erbaut, und beherbergt in ihrem Inneren wunderschöne Fresken. Am Domplatz findet man auch den Palazzo Trigona, der mit einer umfangreichen Gemäldegalerie vergangener Künstler aus unterschiedlichen Epochen aufwartet. Ergänzt wird das stadtbildprägende Ensemble von dem Theatro Garibaldi, dass zu Ehren des bekannten Protagonisten und Guerillakämpfer nach ihm benannt wurde. Garibaldi war ein Liebhaber schöner musischer Künste, und favorisiert zum Nationalheld vieler Staatsbürger. Ebenfalls sehenswert ist die klassisch barocke Kirche Sant Ignazio, sowie die Sant Stefano Kirche, ein Bauwerk spätgotisch barocker Kunst.

Die seit 1817 zum Bischofssitz hofierte Stadt wurde im Jahre 1080 gegründet, 1161 von angreifenden Normannen zerstört und 2 Jahre später nach alten Plänen wieder aufgebaut. Zahlreiche Ausgrabungsstücke zeigen jedoch auf, dass die Piazza Armerina bereits vor den geschichtlichen Datierungen besiedelt war.

Der Einfluss der Römer wird gerade in der zum Weltkulturerbe ernannten Villa Romana del Casale sichtbar. Dieses traditionell römische Bauwerk zeigt die handwerkliche Meisterleistung und das Kunstgeschick der Römer auf eindrucksvolle Weise. Die faszinierenden Bodenmosaik Arbeiten zeigen dem Betrachter das Geschick der damaligen Bauherren bei der Auswahl der Gestaltung, sowie deren Ambitionen zur räumlichen Darstellung. Das 1,5 Hektar große Arenal der Villa befindet sich etwa 5 km außerhalb der Gemeinde Piazza Armerina, und läßt sich in 45 Räume unterteilen, die noch erhalten und zugänglich sind.

Die Villa ist ein Zeitzeuge der typischen Anordnung römischer Architektur. So weist man einen Eingangsbereich mit Innenhof, einen zentralen Raum an den die Gebäude und die eigene Basilika angrenzen sowie einen epileptischen Komplex der die Wohnräume beinhaltet auf. Ergänzt wird das Aufteilungsquartett, dass in dieser Form in jedem herrschaftlichem Bau römischer Zeit vorhanden ist, durch eine Thermalanlage mit den zahlreichen Bädern, die generell nordöstlich ausgerichtet wurden.

Fälschleicherweise glauben viele Besucher, dass die unterschiedliche Gestaltung der Räume einzelne Epochen aufweist. Dies ist nicht so, denn die 3500m² großen Mosaikanlagen zeigen nur den Stil unterschiedlicher Künstler der gleichen Zeitrechnung. Die einzelnen Mosaike zeigen Jagdszenen, Portraits sowie zahlreiche andere Darstellungen des alltäglichen Lebens der Antike. Der Wohlstand und der vermutlich hohe Status der ehemaligen Bewohner wird hier auf eindrucksvolle Weise dargestellt. Über die Identität des Bauherren wurde lange spekuliert, und heutigen Einschätzungen nach soll es Maxentius, Sohn von Salvatore Settis gewesen sein, der 320 n. Christus diese Privatresidenz erbauen ließ. Aufgrund eines Erdrutsches im Mittelalter wurde die Villa weitgehend von Zerstörung verschont, und 1761 wieder ausgegraben.

Der Besucher erhält bei den geführten Rundgängen die Möglichkeit, in das antike Leben einzutauchen und seine Vorstellungen zu komplementieren.

Text von Claudia Schleicher