Eine kleine Gemeinde in der Provinz Messina ist Patti. Auf einer Fläche von 50km² leben hier etwa 13400 Einwohner. Patti ist ein Ort, dessen wirtschaftliches Einkommen überwiegend durch den Tourismus sowie der Landwirtschaft gesichert ist. Auf Anbauplantagen werden hier, aufgrund der guten Bodenqualität und des mediterranen Klimas, ertragsreiche Ernten verzeichnet.
Einst zum Liparischen Insel Bistum gehörend, deren römisch-katholische Gründung sich bis ins 6. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, wurde das Doppelbistum Lipari- Patti 1399 getrennt, was für Patti die eigenständige Bistumsverwaltung zur Folge hatte. Der Sinn dieser ehemaligen Vereinigung war die Erhaltung und das Fortbestehen des bischöflichen Besitzes und der Erhaltung der Religion.
Im sizilianischen Krieg wurde die Gemeinde auf Befehl König Aragons niedergebrannt, so das sich bedauerlicherweise nur wenige erhaltene Zeitzeugen dieser Epoche finden lassen. Aufgrund eines erneuten Überfalls 1544 sind daher die erhaltenen Artefakte und Bauwerke von bedeutsamen Wert. Hierzu zählen die Reste der Villa Romana, die mit zahlreichen aufwendigen Mosaikarbeiten der römischen Epoche verziert war. Sehenswert ist auch die Kathedrale San Bartolomeo, deren Entstehung auf das 17. Jahrhundert datiert wird, und in der die Reliquien von Siziliens Königsmutter aufbewahrt werden.
Die Region um Patti ist bekannt für seine Schwarze Madonna, die zu einem Wallfahrtsort für Pilger aus aller Welt wurde. Um dem Mythus der schwarzen Madonna kreisen viele Überlieferungen und Sagen. So wird behauptet, dass sie sich im Laufe der Jahre verändert hat, oder durch die Welterscheinung immer dunkler wurde. Aufgrund intensiver Beschäftigung mit diesen Mythos geht man jedoch davon aus, dass gezielt dunkle Materialien verwendet wurden, und dies in Anlehnung an das Evangelium Lukas, indem die Mutter Jesu einst als dunkelhäutige Frau beschrieben wurde, geschah.
Die ersten Bildnisse der schwarzen Madonna konnte man bis in 9. Jahrhundert zurück verfolgen. Jedoch ist gerade in Sizilien der Marienmythus und die Verehrung der Gottesmutter sehr ausgeprägt, und es gibt zahlreiche nicht erklärbare Phänomene
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In Tindari, unweit der Gemeinde Patti gelegen, findet man die Reste einer griechischen Siedlung. So wurden dort ein Theater, eine Basilika sowie Reste der Stadtmauer gefunden.
Neben diesen kulturellen Stätten, ist für Patti die Nähe zum Tyrrhenischen Meer entscheidend. Hier erwartet den Besucher am Marina di Patti ein herrlicher Strand, der alle Möglichkeiten zum Wasservergnügen bereit hält. Die Lagune von Tindari sowie die kleinen vorgelagerten Liparischen Inseln kann man per Boot anschippern. Entdeckenswert ist auch die Unterwasserwelt. Das kristallklare Wasser lädt den sportlichen Reisenden ein zum Schnorcheln und Tauchen, und bietet eine intakte mit zahlreichen Lebewesen versehene Unterwasserflora.
Text von Claudia Schleicher
