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Palermo

Die Stadt der Blüte, wie Palermo früher hieß, ist die Hauptstadt Siziliens sowie der gleichnamigen Provinz. Die fünftgrößte Stadt Italiens war Kulisse für kulturelle, geschichtliche und antike Ereignisse, und präsentiert sich auch in der Gegenwart mit einen unverwechselbaren Charme. Das junge, moderne Palermo verbindet sich auf harmonische Art mit der Stätte antiken Geschehens. In einer Bucht an der Nordküste Sicilia´ s gelegen, bietet die Stadt auf einer Gesamtfläche von 158 km² Heimat für rund 670.200 Einwohnern. Die goldene Muschel, wie die Bucht gerne genannt wird, zählt somit zu den dicht besiedeltsten Küsten Siziliens.

Einst gegründet von den Phöniziern im 8. Jahrhundert v. Christus, galt die Stadt stets als Handelsschwerpunkt der jeweiligen Stadtherren. So war Palermo in der Zeit des Punischen Krieges unter der Vorherrschaft der Karthager, bis es von Rom erobert wurde, und sich zur bedeutendsten Stadt auf der Insel entwickelte. Von dieser Zeit zeugen einige, typische Bauwerke der römischen Architektur. Auch die Entwicklung unter den Einfluss der Araber, Karthagern und Normannen kann man anhand der erhaltenen historischen Gebäuden mit ihren typischen Charaktereigenschaften leicht zuordnen.

So erstrahlt die prächtige Kathedrale, einst 1184 errichtet, im barock- klassifizierten Stil, und beherbergt in ihrem Inneren die Gräber der Staufer Dynastie sowie eine sehenswerte Krypta, die mit Elementen der Barock Epoche versehen ist. Für den Reisenden hält die Kathedrale auch einen wertvollen Domschatz zur Ansehung bereit.

Dem arabisch- normannischen Stil zugeordnet werden die San Giovanni dei Lebbrosi, die San Cataldo sowie die La Martorana Kirche. Man erkennt diese Bauwerke, die um 1100 n. Chr. entstanden, leicht an ihren roten Kuppeln, die an die Kunst des Islam erinnern. Dem gotischen Baustil entsprechen die im 13. Jahrhundert erbauten Sant Agostino sowie die San Francesco de Assini Kirchen, die mit typischen Fresken bezaubern. Komplementiert wird das Ensemble der Heiligtümer Palermos von den sizilianischen spätbarocken Architekturen, zu der die Santa Caterina Church mit ihrer Renaissance Fassade, sowie die Anfang des 16. Jahrhunderts erbaute San Gieuseppe Barock Kirche zählen. Die älteste sizilianische Kirche, die Chiesa del Gesu, wurde im Jahr 1564 errichtet, und beherbergt heute in ihrem Anbau die Stadtbibliothek.

Sehenswert sind auch die Kapuzinergrüfte, da in diesen Grabkammer etwa 8000 Mumien aufbewahrt werden.

Neben den zahlreichen Kirchen und Kapellen prägen die prunkvollen Paläste einstiger Stadtherren und Adelsfamilien das Stadtbild. So ist der Normannenpalast Sitz des heutigen Parlaments, doch auch in der Vergangenheit wurde hier bereits von Königen regiert. Das Rathaus Palermos mit seinen Touristenzentrum findet man im Palazzo Pretorio, der im 15. Jahrhundert erbaut wurde.

Inmitten barocker Paläste findet der Reisende den zentralen Punkt der Metropole: Den Quattro Canti, mit seinen Statuen, die neben den Jahreszeiten auch die einstigen Könige sowie die Patronen der Stadt symbolisieren, ist gerade im Sommer ein Platz regen Treibens.

Die Verbundenheit der Sizilianer mit dem Element Wasser findet man auch in den zahlreichen, wundervoll gestalteten Brunnen wieder. Ob auf den Piazzas oder im botanischen Garten, der mit einer Sonnenuhr aufwartet- dieses Element ist allgegenwärtig. In den liebevoll gepflegten Parkanlagen findet der Reisende Ruhe und eine überaus artenreiche Vielzahl an Pflanzen. Der Parco della Favorita am Fuße des Monte Pellegrino ist zugleich Austragungsstätte der Pferderennen von Palermo.

Bei schlechtem Wetter bietet sich ein Besuch der zahlreichen Museen an. Besonders interessant ist das archäologische Museum, mit seinen Schätzen der ganzen Insel, sowie auch das Ethnografische Museum, welches sich mit der Volkskunst und den Traditionen befasst. Ergänzt wird das kulturelle Angebot für kalte Tage vom Diözesenmuseum und der über Generationen umfassenden Regionalgalerie.

Lohnenswert in jeglicher Hinsicht ist ein Besuch des Mercato Ballaro- dem Obst und Gemüsemarkt. Hier findet man neben kulinarischen Spezialitäten, auch Bekleidung und aufgeschlossene Sizilianer, die Sie geschickt in ein Gespräch verwickeln, um von ihrem Leben zu erzählen. Wenn dem Reisenden sich diese Möglichkeit bietet, sollte er sie nicht ungenutzt lassen. Denn niemand kann die Geschichte und Bedeutung eines Landes so gut erzählen wie die mit ihrem Herzen verbundenen Einheimischen.

Text von Claudia Schleicher