Das streng gläubige Land Sizilien ist gerade an den Osterfeiertagen eine Reise Wert. Dieses traditionelle Hochfest der Katholischen Kirche wird in Sizilien auf unvergleichliche Art zelebriert, und bedeutet dort das höchste aller kirchlichen Feste. Für die Sizilianer hat es einen höheren Stellenwert als Weihnachten, und die damit verbundene Geburt Christi.
Aus nah und fern kommen an diesen Tagen die Einheimischen aus ihren kleinen Dörfern zusammen , um das Osterfest gebührend zu ehren. Am Karfreitag wird mit den Klagegesängen das Leiden Christi symbolisiert und man hört in den einzelnen Kirchen die Gebete der versammelten Gläubigen. In einzelnen Provinzen werden auch noch die Kreuzgänge veranstaltet, in denen Gläubige zur Andacht der Opferung Christi durch die Gassen ziehen. Vergleichbar ist das mit unseren Kreuzwegen in heimischen Kirchen. Der Karsamstag wird in stiller Andacht verbracht, und es wurden früher einzelne Osterwachen veranstaltet.
Am Ostersonntag und Ostermontag hingegen, bietet sich dem Reisenden ein Bild das beeindruckender nicht sein könnte. Farbenprächtige Blumengestecke, geschmückte Karren und eine Prozession trachtbekleideter Sizilianer zieht durch die Gassen der jeweiligen Städte, um ihre Freude über Christus Auferstehung kund zu tun. Eine der schönsten Prozessionen findet jährlich in Palermo statt. Sollten Sie zu diesen Zeitpunkt in Sizilien verweilen, sollte man sich dieses fröhliche Spektakel nicht entgehen lassen.
Text von Claudia Schleicher
