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Monreale

Nahe der Hauptstadt Siziliens in deren gleichnamigen Provinz gelegen, findet der Reisende die Stadt Monreale. Zentrum der rund 36.000 Bewohner zählenden Stadt ist der normannische Dom.

Einst im 12. Jahrhundert erbaut, stellt diese Kathedrale das bedeutendste Bauwerk der Stadt dar. Die architektonische Vereinigung von arabischen, normannischen und byzantinischen Einflüssen sympathisiert mit der kulturellen Orientierung des Landes. Im Vordergrund steht hierbei die romanische Baukunst der Kathedrale von Monreal, während man die arabischen Elemente an den Verzierungen sowie die byzantinischen Sektoren überwiegend in den Goldmosaiken findet.

Überwältigt von der Größe des Doms und seiner besonderen Atmosphäre, beeindrucken den Besucher beim ersten Betreten die zahlreichen Handwerksarbeiten, deren Perfektion und die Integration verschiedener Stilelemente.

So zeigen die Mosaiken an den Wänden prähistorische Szenerien aus dem alten Testament und wurden im Zeitraum 1179 - 1182 von Künstlern aus Konstantinopel geschaffen. Die Dreiteilung des Doms erfolgt mittels erstaunlicher arabischer Blendbögen und Interasien, die aufwendig und in mühevoller Handwerkskunst erstellt wurden. Die vorhandene Marmorverkleidung im Fußbereich orientiert sich an islamischen Vorbildern.

Im Innenraum wird das Augenmerk des Betrachters auf das Bild Jesus gelenkt, der als Weltherrscher und Heiliger mit seinen Aposteln kunstvoll dargestellt wird. Man findet Abbildungen aus dem Leben Jesu, sowie auch der Stammväter Abraham, Noah und Jakob. Das imposante Gesamtauftreten des Doms mit seinen historischen Gewand und der aufwendigen Ausschmückungen beeindrucken den Betrachter nachhaltig. Auch findet der Besucher dort die Sakrophage der Könige von Sizilien und deren Familien, sowie die sterblichen Überreste von König Ludwig IX von Frankreich.

Zu Ehren des Heiligen Benedikt wurde 1569 eine Kapelle an die Kathedrale angebaut, die sich in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Benediktinerklosters befindet. Von diesem Kloster ist heute bedauerlicherweise nur noch der Kreuzgang mit seinen an jeder Seite befindlichen 26 Arkaden übrig. Von unterschiedlich gestalteten Säulen getragen, beherbergen sie einzigartige Reliefs, die christliche oder islamische Darstellungen zeigen. Der typischen Anlegung von Kreuzgängen entsprechend, findet man im Inneren des Weges einen Brunnen. Diese Grundlage der Gestaltung entspricht dem der syrischen Klöster in der Spätantike, und wird bis heute berücksichtigt.

Für den Reisenden, dessen Interesse der kirchlichen Architektur und ihren Einflüssen gilt, bietet sich ebenfalls ein Besuch der achteckigen Collegio de Maria Kirche sowie der aus dem 17. Jahrhundert stammenden Collegiata Kirche an, die mit Gemälden von Marco di Benefial aufwartet. Ergänzt wird das Kirchenensemble von der bezaubernden kleinen Bergkirche, deren Errichtung auf das Jahr 1800 datiert wird.
Ebenfalls sehenswert und touristisch informativ, präsentiert sich das geschichtsträchtige Rathaus aus dem 1800 Jahrhundert. Internationale Beachtung findet die Stadt Monreale bei den jährlich im November stattfindenden Orgelkonzerten und der damit verbundenen Woche der Kirchenmusik. Dazu reisen Interessierte aus nah und fern gerne an.

Text von Claudia Schleicher