Das Tor Siziliens bekannter unter den Namen Messina , ist eine der größten Städte der Insel Sizilien, und erhielt aufgrund der Nähe zum italienischen Festland diesen Beinamen.
Mit 211 km² und einer Einwohnerzahl von etwa 246400 Sizilianern, ist die drittgrößte Stadt zugleich Hauptstadt der gleichnamigen Region Messina. An der nordöstlichen Spitze Siziliens gelegen in unmittelbarer Nähe der Messina Street, die zwischen der Insel und dem Kontinent Afrika verläuft, wird diese Region oft von Erdbeben und Kontinentalplattenverschiebungen heimgesucht. Die gleichnamige Meerenge zwischen erhielt diesen Namen aufgrund der Nähe zur Stadt Messina.
Die mit 1165 Einwohnern pro km² dicht besiedelte Provinz übernimmt gerade im Fischfang sowie in der chemischen Industrie und auch in der Metallverarbeitung eine tragende Rolle. Das Handelszentrum Sizilien ist aufgrund der verkehrsgünstigen Lage ein wichtiger Sektor in der Nahrungsmittelverarbeitung. Daher ist auch die Verkehrsanbindung, sei es mit Fähre oder innerhalb der Insel dementsprechend gut ausgebaut.
Die Universitätsstadt Messina hat für den interessierten Reisenden einiges an kulturellen Schätzen zu bieten. Im 8. Jahrhundert v. Christus von Seeräuber in Beschlag genommen, siedelten sich einige Zeit später erste Einwanderer aus Kyme Euböa an. Dem griechischen Ursprung nach benannte man die Provinz erstmals Zankle, was auf die Form der Küste schließen lässt und noch heute als Bezeichnung der vorhandenen Treppe dient. Von Anaxilas im 5. Jahrhundert erobert, stand das heutige Messina bis zur Plünderung 369 v. Christus unter der Herrschaft der Messener. Im Bündnis mit Rom war Messina zu Zeiten des punischen Krieges eine freie Stadt und diente den Römern als Stützpunkt. Sie waren es auch, die den historischen Leuchtturm errichteten, der zahlreiche Münzen zierte.
Messina war stets ein begehrter Handel- und Umschlagplatz für die Güter der ganzen Welt. Araber sowie auch Normannen versuchten dies für sich zu nutzen, mussten aber ihre Herrschaft zugunsten der Staufer und später gegenüber den Anjous abtreten. Nach Machtübernahme von Aragon katapultierte sich Messina zur Hauptstadt der Region Sizilien, ehe im 16. Jahrhundert die heutige Hauptstadt Palermo wieder von regierenden Amtsträgern bevorzugt wurde.
An die einzelnen Regimentepochen erinnern heute noch zahlreiche historische Objekte, die es im Regionale di Museum der Stadt Messina zu bewundern gilt. Aufgrund der teils sehr schwerwiegenden Erdbeben wurden im Laufe der Zeit viele historisch wertvolle Kirchen und Paläste zerstört. Man war jedoch bemüht, zahlreiche Gebäude wieder aufzubauen, und prunkvoll in Szene zu setzen. Ein geschichtlich wertvolles Objekt, das den Angriffen von Natur sowie den Luftangriffen seitens der Alliierten 1943 stand hielt, war das Theatro Vittorio, dass 1852 erstmalig seine Pforten öffnete. Durch zahlreiche Aufbauten ist auch der Dom heute wieder zugänglich. Sehenswert ist die dort befindliche größte mechanische Uhr der Erde. An die Übernahme der Griechen seinerzeit erinnert der restaurierte Neptunbrunnen, zu dessen Beinen die Scylla und Carybdis der griechischen Mythologie ruhen.
Jährlich finden sich in Messina zu den berauschenden Volksfesten Sizilianer aus nah und fern ein, um gemeinsam zu feiern. Traditionell wird im Sommer ein Fest zu Ehren der Schutzpatronen veranstaltet An diesen Tagen wird um Segen und Schutz vor schwerwiegenden Naturkatastrophen gebeten. So hoffen die Einwohner vor Schicksalsschlägen wie in den Jahren 1783 und 1808 bewahrt zu bleibt. An diesen beiden Tagen fanden etwa 140.000 Einwohner durch Erdbeben und Großbrände den Tod.
Zum internationalen wirtschaftlichen Blickpunkt wird Messina jährlich durch die Fiera di Messina, eine Verbrauchermesse die Kunden aus aller Welt für die Güter der heimischen Produktion begeistern soll.
Text von Claudia Schleicher
