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Liparischen Inseln

Das Archipel der Liparischen Inseln vor der Küste Siziliens umfasst Salina, Lipari, Vulcano, Stromboli, Panarea, Filicudi sowie Alicudi. Diese Inseln liegen vorgelagert zu Sizilien im Tyrrhenischen Meer. Die Inseln sind zumeist vulkanischen Ursprungs und weisen neben der typischen Vegetation auch Lavagesteinsformen auf. Allgegenwärtig ist die beeindruckende Meereskulisse.

Die Liparischen Inseln wurden aufgrund ihrer Vulkan und Gesteinsformatierungen sowie der Naturbelassenheit zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Der Begriff ” Archipel” bezeichnet der griechischen Überlieferung nach, eine Inselgruppierung die vom Meer umschlossen ist. Aufgrund der zusammenhängenden Nähe untereinander und der Entfernung zur Festlandküste, spricht man bei den Sizilien vorgelagerten Inseln von einer Gruppierung.

Zum Archipel der Liparischen Inseln gehört somit die 27km² große Insel Salina, die eine Einwohnerstärke von 2350 Sizilianern aufweist, welche in 3 Gemeinden leben. Der Name der Insel leitet sich von den Zwillingsvulkanen Monte Fossa delle Felci und Monte dei Porri ab, die mit ihren etwa 900m Höhe das Landschaftsbild vorrangig prägen.

Bereits im 4. Jahrhundert v. Christus besiedelt, zählt die Gemeinde Santa Maria als Hauptanlaufstelle des wachsenden Fremdenverkehrs, und ist der älteste Ort der Inseltrilogie. Ergänzt wird sie durch die Gemeinde Malfa, deren Hauteinnahmequelle neben dem Tourismus der lukrative Fischfang ist. Die kleinste Gemeinde der Insel ist die 656 Bewohner zählende Ortschaft Leni.

Prägend für diese Region ist der goldgelbe Wein Malvasia delle Lipari, der in der Gemeinde Malfa angebaut wird, und aufgrund seiner spezifischen Herstellung bekannt ist. So werden die Trauben nach der Ernte auf Stroh getrocknet, und danach erst gepresst. Vor der Auslieferung wird der Wein mindestens 1 Jahr gelagert, und in der zweiten erhältlichen Variante mit Aromen von Nüssen, Honig oder Minze versehen. Diese Variante, unter den Namen Malvasia de Tippo erhältlich, ist vollmundiger als sein bersteinfarbene Vertreter.

Die ebenfalls zum Archipel gehörende Insel Panarea ist mit seinen 350 Einwohnern auf 3,4 km² die älteste vulkanische Formation. Prägend für dieses Landschaftsbild ist der 420 Meter hohe Punta del Corvo. Aufgrund der nur vom Wasser zugänglichen Sandstrände, wird die Insel von Prominenten bevorzugt, was sich bedauerlicherweise in den vorhandenen Preisen bemerkbar macht.

Die botanisch wertvolle Insel Filicudi eignet sich hervorragend für den naturverbundenen Reisenden. Auf der 9,5km² großen Insel, mit ihren inaktiven Vulkanen, bietet sich ein Territorium aus naturbelassener Schönheit. Einzige Zeitzeugen einer Besiedlung sind die aus der Bronzezeit stammenden Fundamente. Die zahlreichen Grotten dienen einer artenreichen Vielfalt an Tieren als Behausung, deren Artgenossen der Unterwasserwelt hier hervorragende Lebensbedingungen vorfinden. Filicudi ist daher ideal zum Tauchen, und bietet im kristallklaren Wasser eine bezaubernde Meereslandschaft.

Eine der kleinsten Inseln ist die Alicudi, die mit ihren 5,2km² nur spärlich bevölkert ist. Die etwa 90 Einwohner der einstigen griechischen Insel, leben überwiegend vom Fischfang und dem Tourismus der Sommermonate. Jedoch erwarten den Reisenden hier nur eine handvoll Einkaufsmöglichkeiten, sowie die Unterbringung in privaten Pensionen und einem kleinen Hotel, da nur die Süd- und Ostküste erschlossen sind. Begehrt ist diese Insel aufgrund der guten Badebedingungen, und für den Abenteurer aufgrund der Unerschlossenheit der Insel sowie der damit vorhandenen unverfälschten Naturwildnis.

Text von Claudia Schleicher