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Lipari

Ebenfalls zu der Gruppierung der Liparischen Inseln gehört die Gemeinde Lipari auf der gleichnamigen Insel. Zur Provinz Messina gehörend, zählt Lipari eine Gesamtfläche von 37km² und eine Einwohnerstärke von 10.900 Bewohnern.

Die Insel im Tyrrhenischen Meer gehört zu den Insula de Vulcanos- geschaffen aus vulkanischen Ursprung. Hierbei ist interessant, dass der südliche Teil auf Eruptionen des Vulcano zurück zu führen ist, während der Westen und Osten durch Auswerfungen des Stromboli entstand. Die erste Besiedlung erfolgte demnach 4000 v. Chr., woraus man wiederum die lange Präsenz der Vulkane schließen kann.

Lipari war im 6. Jahrhundert Bischofssitz, und gehörte dem Liparischen Bistum Patti an. Die Insel überzeugt auch heute noch mit ihren antiken Sehenswürdigkeiten, die von der Herrschaft der Normannen und der Integration der Griechen zeugt. So wurden zwar große Teile des kulturellen Erbes 1783 bei einem Erdbeben zerstört, jedoch findet man in der Burganlage aus dem 16. Jahrhundert einen würdigen Vertreter dieser Epoche.

In ihrem Inneren beherbergt sie die Kathedrale San Bartolomeo, die zum Erzbistum Messina gezählt wird. Einst von König Roger I von Sizilien errichtet, diente die heutige Kathedrale damals als Abtei der Benediktiner. 1544 wurde dieses Bauwerk unter Führung Barbarossa´ s zerstört, und 100 Jahre später im Barockstil wieder aufgebaut. Dem Apostel Bartholomäus geweiht, der Schutzpatron der Insel Lipari ist, trohnt sie im Burgarenal 60 Meter über der Stadt. Im Innenraum findet der Besucher herrliche Fresken aus der Interpretation des alten Testaments, sowie einen handvergoldeten Altarraum. Dort befindet sich auch die aus dem Jahr 1728 stammende Statue des Schutzpatrons aus reinem Silber.

Im archäologischen Museum, das ebenfalls in der Burganlage residiert, findet man Überlieferungen der Urzeit mit Schwerpunkt der Jungsteinzeit Liparis, sowie zahlreiche Artefakte von Nekropolen und Gefäße der Serra d Álto- Kultur. Hier findet der Interessierte auch die Möglichkeit, sich eingehend mit der Vulkan Forschung zu beschäftigen. Sehenswert ist auch die Meeresarchäologie, die sich mit den Veränderungen und Einflüssen der Unterwasserwelt beschäftigt, und interessante Relikte vergangener Frachtschiffe aufweist. Außerhalb der Stadt kann der Reisende sein Interesse bezüglich der Archäologie noch ausweiten, da sich hier Ausgrabungsstätten, in vulkanisch geprägter Vegetation befinden.

Lipari ist ein Ort, der sich dem Tourismus geöffnet hat, und hier keine Wünsche offen lässt. Die regionalen Köstlichkeiten stärken den Besucher, ehe er sich dann auf dem Weg zum zentralen Marina Corte macht, an dem man die Gelegenheit erhält, sich mittels der angebotenen Ausflugsschiffe die Insel vom Meer aus zu betrachten. Diese Gelegenheit sollte sich kein Tourist entgehen lassen, da man auf diese Art ein anderes Bild der Inselgruppierungen erhält, und vom Boot aus auch die Wasserwelt beobachten kann.

Für den wanderfreudigen Urlauber bietet der, in herrlicher Kulisse liegende, Aussichtspunkt Quattrocchi einen guten Anlaufpunkt, und belohnt mit einem uneingeschränkten Blick auf das Treiben des aktiven Vulcano auf der gleichnamigen Nachbarinsel.

Text von Claudia Schleicher