Die Gebirgskette Monti Iblei befindet sich im Süden Siziliens, nahe der Provinz Syrakus. Für den Reisenden erschließt sich auf diesem Territorium eine herrliche Naturkulisse, die aufgrund der vulkanischen Grundlage und der reichhaltigen Vegetation ein Naturspiels der besonderen Art zelebriert. Aufgrund des hohen Mineralwertes des Bodens, der sich auf den Ursprung der Lavamassen zurück führen lässt, stellt die Region rund um den 986m hohen Monte Lauro eine durchaus wichtige Anbauregion für Wein und Oliven dar. So zählt das hier gewonnene Öl zu den besten Siziliens.
Bekannt ist die Region auch für ihren feinschmeckenden Honig, der aus den Blüten der Johannisbrotbäume gewonnen wird. Die Vegetation lässt sich in Weideland und Wald unterteilen, und ist gerade im Frühjahr aufgrund der milden Temperaturen für ausgiebige Wanderungen ein sehr attraktives Ziel. Sehenswert sind die zahlreichen, beeindruckenden Schluchten des Gebirges. Zu den Schluchten Cava Grande und der Schlucht des Anapo werden auch geführte Touren angeboten, die sich gerade für unerfahrene Wanderer anbieten.
In den zahlreichen Felsformatierungen findet man auch die ehemaligen griechischen Begräbnisstätten, sowie einzelne in den Fels gehauene Andachtplätze. Die Iblei- Berge verdanken ihren Namen der antiken, von Skiulern bewohnten Stadt Ibla. Die Berge Siziliens dienten ohne Ausnahme im Laufe der Jahre als Zufluchtsort der jeweiligen Bevölkerung bei feindlichen Angriffen. So sind die Gebirgsketten im Inneren des Landes sagenumwoben und mythenreich.
Während die Küstenregionen von jeher dicht besiedelt waren, zeigt sich das Landesinnere geradezu von kahler Atmosphäre. Man kann nur vermuten, wie das Land zu Zeiten der Antike aussah, jedoch bemächtigt sich der Mensch durch seine Eingriffe seitens der Waldrodung und Bergsprengung zunehmend der Natur. Sizilien ist ein Land alter Traditionen und Geschichten, daher weisen die Gebirge der Insel viele Namen auf, die auf heidnische Götter zurück gehen. Daher verwundert auch nicht, die stete Präsenz antiker Schauplätze, denn gerade sie machen Sizilien so reich an unschätzbaren historischen Gut.
Überaus lohnend ist daher auch ein Ausflug zu der Nekropolis von Pantalica. Die größte Nekropolis Siziliens beherbergt mehr als 5000 Kammergräber. Man datiert die ersten von Skiuler erschaffenen Gräber bis ins Jahr 1270 v. Christus zurück, wobei vermutet wird, dass sie früher als Behausung oder Kapellen genutzt wurden. Die Skiuler waren ein Seevolk, dass Italien einst eroberte und besiedelte, jedoch von den Griechen im 8. Jahrhundert v. Christus verdrängt wurde. Sie sprachen eine indogermanische Sprache, deren Verständlichkeit bis heute nahezu unerklärt ist. In Pantalica fand man neben den Grabkammern auch den ehemaligen Palast dieser Epoche, um den die Kammern angelegt waren. Darauf bezieht sich auch die Vermutung, dass diese Kammern als Wohnung dienten. Die elementaren Fundstücke und Gebrauchsgegenstände von den Skiulern findet der Interessierte im Archäologischen Museum Syrakus. Die Nekropolis von Pantalica wurde 2005 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.
Text von Claudia Schleicher
