Im Herzen Siziliens gelegen findet der Reisende die Stadt Enna, in der gleichnamigen Provinz. Auf einer Gesamtfläche von rund 357 km², und einer Einwohnerzahl von rund 28.400 Sizilianern, ist sie aufgrund der geographischen Lage der Nabel Siziliens.
Die Stadt präsentiert sich dem Besucher in einem Gewand, dass ihre Vergangenheit unter römischer, karthagischer und arabischer Herrschaft wiederspiegelt. Auch die frühe Besiedlung durch die Griechen hinterließ ihre Spuren. Auf der Piazza Vittorio Emanuele, der als Zentrum von Enna gesehen wird, befindet man sich in idealer Ausgangsposition, um die einzelnen Sehenswürdigkeiten anzusteuern.
Ein unbedingtes Soll ist hier der Dom, der genaugenommen eine Kirche ist, da er keinem Bischofssitz zugeteilt ist. Jedoch erinnert die Bauweise und auch die Größe sehr an eine Kathedrale. Die dreiteilige Kirche Maria della Visitazione, einst 1307 erbaut und 1446 zerstört, wurde im 18. Jahrhundert mit einer herrlichen Barockfassade versehen. Von der Hauptstraße Via Roma gesehen, erstrahlen die Wände des “Doms” hingegen im Renaissance Stil der Neuzeit. Im Augenmerk des Betrachters steht im Altarraum neben den Fresken und eindrucksvollen Malereien, die im 14. Jahrhundert errichtete Statue, die ein Abbild der Maria zeigt. Im Zuge der jährliche stattfindenden Marien Prozession pilgern hierher Tausende von Inselbewohnern, da sie die Schutzheilige ist. Im Anschluss an die Kirchenbesichtigung lohnt ein Besuch des ergänzenden Museo Alesi, das neben dem Domschatz, Artefakte aus dem Mittelalter beherbergt.
Sehenswert ist auch das Castello von Enna. Ursprünglich zum Schutz erbaut, und mit zu den größten Kastellen Siziliens zählend, wird es heute gerne aufgrund der herrlichen Kulisse als Aussichtspunkt genutzt. Hier kann man bis zu den Formatierungen des Ätnas blicken, und sieht den Lago di Pergusa, den einzigen natürlichen See sizilien’s. Die Gegend um den mythenreichen See wurde 1991 zum Naturschutzgebiet erklärt. Neben dem Castello findet der Reisende den Ceres- Felsen, der zu den Resten eines Opferaltars zu Ehren der Göttin Ceres gezählt wird. Sie war die Göttin des Ackerbaus, der Ehe und auch des Todes. Anhand gefundener Rückstände, konnte man nachvollziehen, zu wem der Altar gehörte. Seinerzeit war es üblich, den einzelnen Göttern bestimmte Opfer zu bringen, die für sie spezifisch waren.
Die Einwohner der Stadt, die überwiegend von der Landwirtschaft und den Erzeugnissen der Viehzucht leben, empfangen die Touristen gerne mit offenen Armen, und verwöhnen die Gäste aufs herzlichste. Die kulinarischen, herzhaften Köstlichkeiten sind auf mediterrane Weise zubereitet, und reich an natürlichen Vitaminen und Nährstoffen. Zum Essen wird das traditionelle Brot, sowie der Käse gereicht. Keineswegs verzichten sollte man auf die vollmundigen Weine der Insel Sizilien.
Gestärkt vom reichhaltigen, gesunden Essen kann der Gast bei einem abendlichen Spaziergang im Stadtpark Enna´s den schönsten Sternenhimmel Italiens betrachten.
Text von Claudia Schleicher
