Cefalu, am Fuße des Rocca di Cefalu gelegen, ist eine Stadt nahe Palermos, und liegt an der Nordküste Siziliens. Die Fischerstadt lebt überwiegend vom steigenden Tourismus, da sie aufgrund ihrer Nähe zur Hauptstadt eine ideale Ausgangsposition für Ausflüge bietet. Die rund 13800 Bewohner sind daher vermehrt in der Gastronomie und im Dienstleistungsgewerbe sowie in der Landwirtschaft tätig.
Zentrale Anlaufstelle ist der kleine Hafen, in dem man die vor Anker liegenden Boote und Fischkutter betrachten kann. An der Strandpromenade geht man gerne spazieren, um sich von der Meereskulisse bezaubern zu lassen. Aufgrund der Meeresnähe findet der Reisende hier in den gastronomischen Einrichtungen eine große Auswahl an fangfrischen Fischspezialitäten, die mit dem heimischen Anbauprodukten auf köstliche Art zubereitet werden. Die auf 65 km² lebenden Cefalu´s sind ein aufgeschlossenes Volk von sizilianischer Herzlichkeit, und erzählen gerne von ihren Mythen rund um die Stadt. Die Stadt überrascht mit kleinen, reizenden Geschäfte die zum Einkauf locken.
In prähistorischer Zeit besiedelt, geriet das Volk im 4. Jahrhundert v. Christus unter die Herrschaft der Griechen, und erlebte 254 v. Chr. einen Wandel durch die Bemächtigung der Römer. Unter König Roger II von Sizilien erlebte Cefalu seinen Höhepunkte und erstrahlte im neuen Glanz.
An diese Epoche erinnert der Dom, der bis heute ein begehrter Touristenmagnet ist. Das normannische Bauwerk wurde ab dem Jahre 1131 erbaut, und ist im gleichen Stil gehalten wie die Kathedrale Monreales. Die Vereinigung dreier Stilelemente symbolisiert auch die Vereinigung der Kulturen. Man findet im Dom San Salvatore die arabische, normannische sowie die byzantinische Kunst. Letztere zeigt ihre faszinierenden Mosaikarbeiten. Eine ehemalige byzantinische Kapelle findet man auf dem Felsen Rocca, wobei das aus dem 7. Jahrhundert stammende Bauwerk von Wandalen zerstört wurde.
Der interessierte Besucher findet neben den Heiligtümern Cefalus, auch einige sehr interessante Exponate privater Kunstsammler aus griechischer, arabischer sowie römischer Zeit, im Museo Mandralisca welches sich in unmittelbarer Nähe des Doms befindet.
Die Zeichen der Antike sind auch hier allgegenwärtig. So befindet sich auf dem 270 Meter hohen Rocca di Cefalu das Fundament eines zu Ehren der römischen Göttin Diana erbauten Tempels aus dem 9. Jahrhundert, sowie eine Ruine aus staufischer Zeit, die der Feindesabwehr diente. Interessant ist das die Staufer ein schwäbisches Adelsgeschlecht waren, die 1154 erste Kontakte nach Italien knüpften. Bekanntestes Mitglied dieser Dynastie dürfte wohl Friedrich III sein, der wegen seines rötlichen Bartes den italienischen Beinamen “Barbarossa” erhielt.
Text von Claudia Schleicher
