Das Quartett der vier größten Städte Siziliens vervollständigt Catania neben den Städten Messina, Palermo und Syrakus. Die 180km² große, gleichnamige Provinz Catania ist die Heimat von 303.100 Sizilianern. An der Ostküste, nahe des aktiven Vulkan Ätna gelegen, wurde die Stadt mit ihrem historischen Altstadtkern zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.
Die Stadt, die mit einem Ensemble der spätbarocken Kunst aufwartet, versetzt den Besucher in eine längst vergangene Zeit der sizilianischen Baukunst. Die Stadtform weist die typischen architektonischen Merkmale der Barockkunst und ihrer damit verbundenen Anlegung auf. Aufgrund ihrer Nähe zum Ätna und den damals verwendeten Lavagestein, dass als Baumaterial diente, wird Catania auch als schwarze Tochter bezeichnet.
Einst von griechischen Einwanderern im 8. Jahrhundert v. Christus gegründet, wurde durch die Übernahme römischer Herrschaft im 3. Jahrhundert v. Chr. der Grundstein für die bis heute relevante, wirtschaftliche Position Catania´ s gelegt. Die bedeutendste Wirtschaftsregion Siziliens liegt im Augenmerk der Kunststoff-, Lebensmittel und Elektroindustrie.
Aufgrund der historischen Bewandtnis der Stadt ist auch der Tourismus ein starker Einnahmesektor, der durch die vielfältigen regionalen Gaumengenüsse aus den ertragsreichen Anbauflächen rund um den Ätna gestärkt wird. Den Reisenden erwartet hier eine breitgefächerte Vielfalt an kulinarischen Köstlichkeiten, die in den zahlreichen Restaurante und Cafes zu humanen Preisen erhältlich sind.
Durch Speis und Trank gestärkt, offenbart sich dem Interessierten eine wahre Schatzkammer spätbarocker Sehenswürdigkeiten. Ende des 16. Jahrhunderts von Erdbeben und Vulkanausbrüchen zerstört, leistete der Baumeister Giovanni Vaccarini hier wahre Meisterleistungen, die sich in den zahlreichen Kirchen wiederspiegeln.
Zu Ehren der Schutzpatronin Heilige Agata erbaut, weist die Kathedrale von Catania neben der Barockfassade auch Elemente ihrer ursprünglichen normannischen Baukunst auf. Auf ihrem Vorplatz findet man den aus schwarzen Lavagestein erbauten Elefantenbrunnen, der den Bezug zum Stadtwappen darstellt, da dieses ebenfalls einen Elefanten beinhaltet.
Die schönste Kirche zu Ehren des San Benedetto, ist ein wahres Glanzstück der sizilianischen Barockkunst und zeigt in ihrem freskengeschmückten Inneren die Blütezeit dieser Epoche. Die älteste Universität Sicilias findet man in den ehemaligen Kloster der Benediktiner, das ebenfalls schöne aber bedauerlicherweise unvollständige barocke Elemente enthält.
Neben den Gesamtarrangement von Catanias Heiligtümern, gibt es auch noch die zahlreichen Paläste zu bewundern. Einst von Adelsfamilien und Staatshäupter als Residenz genutzt, findet man heute im Inneren des Palazzo degli Elefanti das Rathaus der Stadt. Einflüsse des Rokoko- Stils findet man in der bedeutenden Palazzo Biscari, die einst von Johann Wolfgang von Goethe besucht wurde.
Ein attraktives Ausflugsziel für den Touristen ist der Besuch des aus Lava und Marmor erbauten Amphitheater, dass zu den größten der Antike gezählt wurde. Griechische Skupturen, die die Verbindung zu den Gründern der Stadt symbolisieren findet man hingegen im Castello Ursino, welches einst als Residenz von Königen diente und heutzutage als Museum genutzt wird. Zur innerlichen Andachtnahme und Ruhefindung dient ein Besuch des jüdischen Friedhofes Giudecca, sowie der bezaubernden Parkanlage mit ihren Arrangements aus blühenden Sträuchern und Pflanzen.
Ergänzend bleibt anzumerken, dass Catania sowohl in der musischen Kunst als auch im sportlichen Engagement weltweite Anerkennung findet. Viele heute bedeutende Künstler und Persönlichkeiten verbinden ihre Wurzeln mit dieser beeindruckenden Stadt.
Text von Claudia Schleicher
